48 Tore, 19 Assists, und das in gerade einmal 47 Spielen. Er broch den Torrekord der Champions League, war bester Torschütze in Europa, gewann die Copa del Rey und die Champions League mit Real Madrid. Auch in diesem Jahr setzt Cristiano Ronaldo neue Maßstäbe. Alles andere als eine Wiederholung seines Triumphes beim Ballon d’Or wäre eine große Überraschung. Warum sich Europas Fussballer des Jahres dennoch nicht in Sicherheit wiegen sollte.

Wesley Sneijder kann ein Lied davon singen. Auch er war einst im Jahre 2010 als der große Favorit gehandelt worden, immerhin gewann er im selben Jahr das Triple mit Inter Mailand und scheiterte im WM Finale nur knapp an Spanien. Obendrein wurde er zum besten Spieler der WM gewählt. Doch es kam wie es kommen musste: Lionel Messi gewann den Award, der Holländer Sneijder wurde gar nur Vierter.

Der Argentinier sollte auch in diesem Jahr nicht unterschätzt werden. Trotz eines längeren Formtiefs im Frühjahr schoss der Argentinier beachtliche 38 Tore in 44 Spielen, 23-mal war er überdies als Vorbereiter erfolgreich. Zudem wurde das ‚Schoßhündchen‘ der FIFA schon öfters bevorzugt behandelt, beispielsweise bei der Wahl 2010 oder bei der Wahl zum besten Spieler der WM 2014. Ronaldo dagegen gilt gemeinhin nicht gerade als – vorsichtig ausgedrückt – Liebling der FIFA. Einige wenig gelungene Imitationen des Herrn Blattner belegen das.

Messi oder Ronaldo, und sonst? Ob ein anderer Spieler den Preis davonträgt, darf bezweifelt werden. Nicht umsonst gelten die beiden als die besten Spieler aller Zeiten. Auch die wahlberechtigten Journalisten und Herren bei der FIFA sind sich dem im Klaren, sodass sie gerne auch einmal über eine etwas schwächere Saison hinwegsehen. Die Leidtragenden davon sind sicher die Deutschen Weltmeister, allen voran Manuel Neuer.

Der Deutsche gilt seit längerem als bester Keeper der Welt, doch seine Leistungen in diesem Jahr sollten besonders hervorgehoben werden. Er revolutionierte das Torwartspiel bei der Weltmeisterschaft durch seine riskanten Aktionen in und vor allem außerhalb des Strafraumes. Seine Paraden im Achtelfinale der WM gegen Algerien dürften auch dem blindesten Einäugigen in Erinnerung geblieben sein. Zumindest einen Platz auf dem Treppchen hätte er sich verdient.

Die restlichen Spieler von Bayern München, sei es ein Arjen Robben oder ein Thomas Müller, werden wohl keine Chance auf den Titel haben. Zu sehr überragte der FC Bayern als Mannschaft. Schließlich ist die Wahl für den besten Einzelspieler, nicht für die beste Mannschaft. Und einen besseren als Cristiano Ronaldo? Nicht in diesem Jahr!