¡Gracias, Pep!

Er ist das Thema 2015. Pep Guardiola. Verlängert er oder verlängert er nicht. Folgt er dem Ruf des Geldes nach England oder bleibt er in Deutschland. Mittlerweile wissen wir, er verlängert nicht, Ancelotti wird stattdessen übernehmen. Was getan werden muss, um Guardiola würdig zu verabschieden.

Zwei Jahre sind vergangen, seit der FC Bayern Pep Guardiola als neuen Trainer vorstellte. Ein Jahr lang hatte er, der Wundertrainer aus Barcelona, zuvor Zeit gehabt, seine Mannschaft kennenzulernen, seine Gegner zu studieren und perfektes Deutsch zu lernen. Auf ein höheres Niveau sollte er die Mannschaft führen, taktisch wie individuell. Kurzum: Die Erwartungshaltung war gewaltig. Einen amtierenden Triple-Sieger auf ein höheres Level führen, absurd. Heute, zweieinhalb Jahre später, spielt die Mannschaft besser denn je. 

Er hat seine Aufgabe also erfüllt. Mit Bravour. Ob Guardiola aber auch aufhört, wenn es am schönsten ist, wird sich zeigen. Spätestens am 28. Mai, wenn in Mailand um die europäische Krone gespielt wird. Sollte der Katalane im Frühling mit den Bayern die Champions League gewinnen, wäre es ein perfekter Abschluss. Dass Guardiola geht, wenn es am sinnvollsten ist, steht hingegen jetzt schon fest.

Nur allzu gut kennt er die Gefahren, die es bei einer Verlängerung gegeben hätte. Im Frühjahr 2011 hatte er sich schon einmal zu einer Verlängerung überreden lassen, obwohl er “das Feuer nicht mehr spürte”. Danach waren alle urlaubsreif, vor allem er selbst. Zermürbt durch die Anstrengungen, den ganzen Stress, der nicht belohnt wurde. Barcelona schloss das Jahr titellos-, Guardiola vereinslos ab. 

Er wird den Verein verlassen, auch wenn ihm Kritiker vorwerfen, er würde davonlaufen. Weg von der Erwartungshaltung eines internationalen Titels, weg von der langweiligen Bundesliga. Gescheitert sei er, sollte er am 28. Mai nicht zum dritten Mal die Champions League gewinnen. Fakt ist, beim FC Bayern fand er perfekte Bedingungen vor. Er bekam seine Wunschspieler und hatte einen Trainerstab, der zum Großteil aus seinen eigenen Leuten bestand. Er übernahm eine Mannschaft, die ohne seinen Einfluss die Champions League gewann. Wenn nicht beim FC Bayern, wo sonst sollte er die Champions League gewinnen?

Man könne den Champions-League-Titel nicht einplanen, entgegnet er diesen Leuten. Zu stark sei die Konkurrenz aus Spanien, zu variabel die äußeren Einflüsse. Die Wahrheit steckt wohl irgendwo dazwischen. Dass er davonläuft kann ausgeschlossen werden. Dafür ist er zu besessen vom Henkelpott, auch wenn er zweimal kurz vor dem Ziel im Halbfinale scheiterte. Ebenso wenig ist er gescheitert. Henkelpott hin oder her. Auch wenn sich so ein Titel gut machen würde. Ob er es schafft, ist offen, letztendlich aber völlig unerheblich. Unerheblich für sein Denkmal, das er hinterlassen wird.

Er wird als großer Trainer in Bayerns Geschichte eingehen, mit oder ohne diesen Titel. Er wird eine Lücke hinterlassen, die nur schwer geschlossen werden kann. Auch wenn mit Ancelotti einer der besten in den Startlöchern steht. Der FC Bayern kann Pep Guardiola dankbar sein. Er war eine Bereicherung für Klub und Liga, für Fans und Reporter. Sein perfektes Deutsch und seine Spickzettel werden der Liga fehlen. Noch darf er ein halbes Jahr lang bewundert werden. Hoffentlich bis zum 28. Mai, bis zum Gewinn der Champions League. Dafür im voraus schonmal: Gracias, Pep!