Aus der Traum…

Der Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft. Besonders krass ist dies aktuell am Beispiel Borussia Dortmund zu sehen. Denn lagen die Dortmunder vor zweieinhalb Monaten noch auf einem direkten Abstiegsrang, stehen sie nun vor dem Gewinn des DfB-Pokals und vor dem Erreichen des Europapokals. Binnen kürzester Zeit wurde aus einer unfassbar schlechten Mannschaft, die vom Abstieg sprach, die formstärkste Mannschaft Deutschlands. Jürgen Klopp formte seine Mannen zu einem Team, das wieder jeden schlagen kann. Zumindest mit ein bisschen Hilfe.

Was für ein sonderbares Spiel. Oder anders gesagt: ein normales Pokalspiel halt. Zunächst gingen die Bayern durch Lewandowski in Führung, ehe Aubameyang ausglich und das Spiel im Elfmeterschießen mit 1-3 zu Gunsten Dortmunds endete. Damit begannen jedoch auch die Diskussionen. Mittelpunkt darin war einmal mehr der Schiedsrichter.

Und das zurecht! Wenn wenn sich zwei streiten, greift halt der Dritte ein. So ungefähr ist die Leistung des Referees Marco Gagelmann zu beschreiben. Eine derartige Leistung in einem derartigen Spiel, unfassbar. Als hätte er zuvor zu oft in der Bibel gelesen. “Du sollst Teilen” heißt es dort, und nachdem der FC Bayern zuletzt zweimal hintereinander den Pokal gewann, wäre dies sogar eine gute Erklärung für seine Leistung. Der Pokal sollte gerechterweise mal wieder woanders hin gehen.

Konkret zusammenfasst beinhaltet sein Gepfiffe zwei nicht gegebene Elfmeter, zwei nicht gegebene Rote Karten und viele falschen Zweikampfentscheidungen. Eigentlich drei nicht gegebene Rote Karten, da Langerak für sein sinnloses Gezappel während des Elferschießens auch in die Kabine geschickt gehört hätte. Doch da dies bei den Torhütern Usus ist, kann man zumindest in diesem Fall dem Schiedsrichter keinen Vorwurf machen. Er ist ja kein Profi…

Eigentlich schade um die vielen Fehlentscheidungen. Denn abgesehen davon, dass die Fehler das Spiel zerstörten, manipulierten und verfälschten, lenken sie jetzt im Nachhinein ein wenig von den restlichen Geschehnissen ab. So waren die Bayern zwar über 120 Minuten dominant, brachten es aber dennoch nur zu einem Tor. Oder etwa ist der Traum vom Triple nun beendet. Und ein gewisser Arjen Robben gab endlich sein Comeback. Und was für eines. 

Ein Comeback mit Nebenwirkungen. In der 75. Minute eingewechselt, wurde er knapp 15 Minuten später mit einem Muskelbündelriss ausgewechselt. Dazwischen war er, verständlicherweise, blass geblieben. Ein Deja-vu-Erlebnis. 

Denn man möge einmal an die Diskussion um Müller-Wohlfahrt zurückdenken. Er würde ohne Rücksicht auf Verluste handeln, lauteten die Anschuldigungen. Anschuldigungen, die völlig aus der Luft gegriffen sind. Anschuldigungen, die jedoch sogar zum Rücktritt des Arzt-Teams führten, unter Protesten von außen. Zwei Wochen später steht das Management nun mit einer echten Fehlleistung seiner Ärzte dar. Ausreden hat es keine mehr. Glücklicherweise.

Das Spiel endete in einem Elfmeterschießen, einem mit einer Trefferquote von 28%. Die Bayern trafen gar keinen ihrer vier Elfmeter. Zum Vergleich: Der Trefferschnitt in der Bundesliga liegt bei 82%. Und so kam es, dass Jürgen Klopp seinen Traum von einem Abschied mit Titel weiterleben darf. Und da Dortmund aktuell im Gegensatz zu Finalgegner in Topform ist, kann er auch damit planen. Es sei denn es kommt ihm ein Gagelmann dazwischen….