Ein Imperium im Wandel…

Red Bull verleiht bekanntermaßen Flügel. Was für RB Leipzig und den Rest des Imperiums auch stimmen mag, trifft jedoch so gar nicht auf Red Bull Salzburg zu. Dem gehen nämlich die Flügel aus. Mehrere Leistungsträger verließen den Verein bereits, sodass sich langsam aber sicher Unzufriedenheit und vor allem Ungewissheit breitmacht. Speziell bei den Spielern, die in solchen Situationen gerne den Verein wechseln würden und Chaos und Panik zurücklassen. Doch gibt es überhaupt Grund dazu?

Eigentlich nicht. Früher oder später musste der Ausverkauf einfach stattfinden. Das der gerade in einer Winterperiode stattfindet, mag zwar merkwürdig sein, ändert aber auch nichts an der Situation. An einer Situation, die von Anfang an eingeplant war. Eingeplant werden musste. Denn die Salzburger Bullen können noch so gut sein und noch so schönen Fußball spielen, die österreichische Bundesliga wirkt nicht anziehend, sondern abstoßend auf Topspieler.

Dies hat mehrere Gründe. Zum einen sind es die halbvollen Stadien und die ganze Fußballkultur, zum anderen die Mannschaften und einheimischen Profis. Kein Spieler verzichtet freiwillig auf volle Stadien, auf Duelle mit Ronaldo, Messi oder Hazard, auf den ganzen Flair in England oder Spanien, um dann vor 3000 Zuschauer irgendwo im hintersten Eck gegen Hirschbühl, Grossegger oder Schicker zu spielen.

Das ist in etwa vergleichbar mit einem Schauspieler, der anstatt in Hollywood-Blockbustern nur noch in kleinen Youtube-Clips mitspielen dürfte. Dazu kommt auch noch, dass eine Spitzenmannschaft in Österreich zu wenig gefordert wäre, um konstant auf allerhöchsten Level zu sein und auch zu bleiben. Auf einem Level, dass für internationale Titel notwendig ist. Auf einem Level, auf dem zum Beispiel in Deutschland gespielt wird.

Daher logisch, dass Red Bull alles auf die Karte Leipzig setzt. Natürlich wäre es ein viel größerer und auf lange Sicht auch sinnvoller Dienst, den österreichischen Fußball neu zu strukturieren und aufzubauen, sodass Salzburg international alle Möglichkeiten hätte, aber es ist völlig verständlich, dass Red Bull eben das nicht macht. Das der österreichische Fußball am Ende ist, ist ja nicht ihr Problem.

Das Ziel eines Unternehmen ist es schließlich, Gewinn zu machen. Völlig egal, ob dabei die österreichische Bundesliga leidet. Wobei leidet auch so eine Sache ist. Denn Fact ist, dass sich Red Bull Salzburg sogar positiv auf die Liga auswirkt. Denn je besser die Mannschaften, desto mehr Zuschauer, sprich mehr Einnahmen. Nicht nur für Salzburg, auch für alle anderen Vereine. Aber eine objektive Sichtweise von den Wiener Vereinen verlangen? Unmöglich.

Red Bulls Plan sah also von Anfang an vor, aus Salzburg ein Farmteam zu machen. Für Leipzig. Die Bezeichnung Farmteam kann aber zumindest kurzzeitig ad acta gelegt werden. Denn Kampl, Mane, Alan und Ramalho wurden zwar in Salzburg zu Topspielern geformt, sind jetzt aber in Besitz der Konkurrenz. Auch wenn für China die Bezeichnung Konkurrenz etwas übertrieben ist.

Im Imperium hätten sie bleiben sollen, Leipzig zum Aufstieg zu verhelfen war die Devise. Ohne Topspieler wird nämlich nichts mit dem Aufstieg. Dieser war eigentlich fix eingeplant, doch geschafft ist er noch lange nicht. Aktuell sieht es eher nach einer weiteren Saison zweiter Liga aus. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass das Imperium wächst und wächst. Und einen Reiz hätte der Nichtaufstieg. Duelle gegen den BVB im nächsten Jahr.