Abstiegskampf statt Titelkampf

Mit gesenktem Kopf geht er vom Platz, sein Blick abgewandt von den enttäuschten Fans. Es gibt niemanden der in diesen Tagen den BVB besser verkörpert als Jürgen Klopp. Ein wenig ratlos wirkt er derzeit, ohne richtigen Plan wie es weitergehen soll. Heißt es für Dortmund deshalb nun Abstiegskampf?

Zweifellos sind aktuell schöne Zeiten für alle Bayern Anhänger. Man steht an der Tabellenspitze, noch dazu ungefährdet, in der Champions League ist man bereits im Achtelfinale und willst du den Erzrivalen sehen, musst du die Tabelle drehen. Eben jenen Erzrivalen, welcher noch vor 18 Monaten im Finale der Champions League knapp verlor. Gründe für die aktuelle Misere es einige, doch die Hauptsache ist, das es in Dortmund nicht läuft. Wie gesagt, schöne Zeiten für die Fans des FC Bayern.

Könnte man zumindest meinen. Denn Thomas Müller etwa, Bayern-Urgestein, sprach schon von “Mitleid für den BVB”, Uli Hoeneß sogar von einer “Katastrophe”. Ohne Frage hat der Konkurrenzmangel auch negative Auswirkungen. Für die Bundesliga, denn es gibt spannenderes als die Frage, ob der Meister im März oder doch im April gekürt wird. Auch für die Bayern selbst, denn ohne Konkurrenz wird früher oder später die Konzentration schwächer, was sich auf die Europacup-Ambitionen auswirken könnte. Denn gegen Mannschaften wie Real, Chelsea und Barcelona reichen 80 Prozent nicht aus. In diesen Spielen müssen 110 Prozent abrufen werden. Vielleicht wäre es also doch besser, wenn Dortmund zu alter Stärke zurückfindet. Fragt sich nur wie…

In Dortmund reagieren sie auf diese Frage häufig mit “wir haben halt so viele Verletzte…”. Viel Gerede, nichts dahinter. Tatsache ist, das vier Spieler bei der Borussia nicht zur Verfügung stehen. Zum Vergleich: Dem FC Bayern fehlen neun Spieler verletzt. Keine gute Ausrede. Auch die Körpersprache der Spieler wirkte zuletzt nicht gerade überzeugend. Grund genug eigentlich, den Trainer anzuzweifeln.

Zumindest anzuzweifeln. In Hamburg oder Stuttgart wäre Klopp mit Sicherheit schon entlassen worden, nicht so in Dortmund. Denn Fakt ist, dass Jürgen Klopp sehr viel Kredit beim Vorstand hat. Immerhin gewann er mit dem Verein zweimal die Bundesliga. Trotzdem, gespielt wird im Hier und Jetzt, deshalb sollten sich die Verantwortlichen langsam aber sicher was überlegen, sonst heißt es Abstiegskampf statt Titelkampf. 

Zusammengefasst, dem BVB geht es dreckig wie lange nicht mehr. Dass man im Tabellenkeller stehen würde, dachte wohl niemand am Anfang der Saison. Viel Zeit bleibt Dortmund nicht mehr, um sich daraus wieder zu befreien und noch den Europacup zu erreichen. Deshalb sollten Kloppo und Co. eventuell mal nach Lösungen, statt nach Ausreden suchen. Denn selbst bei einem falschen Lösungsweg kann es für Dortmund derzeit nur aufwärts gehen…