Und täglich grüßt das Murmeltier…

Am Mittwoch war es mal wieder soweit. Keylor Navas durfte beim knappen 1-0 Sieg gegen Basel mal wieder Reals Tor hüten. Der Costa Ricaner spielte eine überragende Partie und löst damit mal wieder eine Torwartdebatte aus. Zurecht?

Ja. Auch wenn viele Hintergründe beachtet werden müssen, ist die Antwort eigentlich simple. Der Neuzugang aus Valencia hält einfach überragend, ganz egal wann und wo. Bei der WM, im Pokal und jetzt auch in der Champions League. Im letzten Jahr wurde er gar zum besten Keeper der Primera Division ausgezeichnet. 

Iker Casillas dagegen ist auf dem absteigenden Ast. Sein Spiel ist immer mehr von Fehlern geprägt und auch abgesehen von den Fehlern wird werden seine Leistungen immer schwächer. Auch wenn der Trainerstab dies dementiert, Casillas hält einfach nicht mehr auf dem Niveau eines Weltklasse Goalies. Da kann noch soviel dementiert werden. Selbst einzelne Spieler, etwa Alvaro Arbeloa, sprachen sich in der Vergangenheit deutlich gegen den Kapitän aus. Eigentlich Grund genug für Ancelotti, den Kapitän auf die Bank zu setzen. 

Ob San Iker sich aber nochmals die Bank antun würde, ist fraglich. Er hat schon alles gewonnen und auch wenn er nicht mehr auf dem Niveau von früher spielt, so schlecht sind seine Leistungen auch wieder nicht. Mal ganz abgesehen davon, dass das nicht der Anspruch eines vierfachen Welttorhüter sein kann. Bliebe noch ein Karriereende oder ein Wechsel übrig. Arsene Wenger zum Beispiel bekundete schon desöfteren Interesse an ihm. Und die Premier League ist auch nicht gerade die unattraktivste Liga der Welt. Ein Karriereende wäre zwar theoretisch möglich, käme aber wohl noch zu früh.

Vielleicht hat Ancelotti deshalb einfach Angst, im Falle eines Torwartwechsels seinen Kapitän zu verlieren. Denn ein Kapitän ist nicht von heute auf morgen zu ersetzen. Und erkläre mal den Fans, warum ihr Idol, ihr Kapitän, ihr Liebling nicht mehr im Bernebeu auflaufen wird. Auch nicht unbedingt die leichteste Aufgabe. Zudem wäre der Druck, der dann auf Navas herrscht, nur schwer für ihn zu ertragen. Wobei man auch sagen muss, dass das die geringste Sorge wäre, denn ein Spieler seines Formates sollte mit jedem Druck umgehen können.

Eine Degradierung von Casillas würde wahnsinnig hohe Wellen nach sich ziehen, das ist sicher. Dennoch sollten sich die Verantwortlichen um Ancelotti langsam überlegen, warum sie die Vergangenheit spielen lassen, während die Zukunft nur die Bank wärmt. Denn die Konkurrenz schläft nicht und man kann nicht immer die Champions League in der 94. Minute noch retten…