Das zentrale Problem

Es hat mal wieder die Bayern erwischt. Philipp Lahm fällt nach einer Verletzung im Sprungsgelenk rund drei Monate aus. Nach den Ausfällen von Thiago, Javi Martinez und David Alaba ist der Kapitän der bereits vierte Ausfall im Defensiven Mittelfeld. Dazu kommt noch Bastian Schweinsteiger, der zuletzt beim Sieg über Hoffenheim sein Comeback gab, jedoch als Langzeitpatient gilt. Müssen die Bayern deshalb im Winter aufrüsten?

Der FC Bayern und seine Verletzten. Das Lazarett will sich einfach nicht lichten, nach den Langzeitausfällen von Thiago und Martinez erwischte es binnen sieben Tagen in Form von David Alaba und Philipp Lahm die Nächsten. Zwei Leistungsträger, zwei absolute Stammspieler muss Guardiola nun ersetzen. In der Schaltzentrale der Bayern bleibt demnach nur noch Xabi Alonso übrig, denn ein Rode, Höjbjerg oder Gaudino sind noch lange nicht auf Weltklasse Niveau. Und da Schweinsteiger bei seinem Glück nur zurückkehrt, um wieder auszufallen, hat Guardiola ein Problem.

Kurzfristig würde wohl nur eine Systemänderung das Problem lösen. Schon am Wochenende testete der Spanier das 4-1-3-2 System mit Xabi Alonso als einzigem Sechser. Rechts Hinten verteidigte Rafinha, links Bernat. Das Ergebnis war ein 4-0 Erfolg gegen die formstarken Hoffenheimer, der Plan mit nur einem Abräumer vor der Abwehr ging auf. Die Mannschaft, abgesehen vom immer unzufriedenen Guardiola, zeigte sich recht zufrieden und zuversichtlich. Ist diese Lösung jedoch zu einfach um erfolgreich zu sein?

Nein. Der beste Trainer der Welt kann wie kein Anderer seine Mannschaften auf ein neues System einstellen, deshalb ist auch diese Umstellung kein Problem. Das interessiert die Presse aber nur wenig. Mehrere englische Tageszeitungen berichteten bereits von einem angeblichen Interesse der Bayern an Ander Herrera von Manchester United. Der Spanier kommt unter Louis van Gaal nicht zum Zug, obwohl dieser ihn im vergangenen Sommer für 36 Millionen von Bilbao losgeeist hatte. Obendrein will die englische Presse erfahren haben, dass die Bayern Herrera im Tausch mit dem Schweizer Xherdan Shaqiri nach München lotsen wollen. 

So erfunden das Ganze auch sein mag, Sinn ergibt das Ganze auf jeden Fall. Shaqiri deutete zuletzt mehrmals an, den Verein im Winter ebenfalls wie Höjbjerg zu verlassen. Im Gegensatz zum Dänen, der wohl nur verliehen wird, will der Schweizer endlich Stammspieler bei einem Großklub werden. Das Ganze wäre eine Win-Win-Win-Situation, denn die Bayern würden ihren Spielermangel beheben, Manchester United variabler in der Offensive werden und die beiden Spieler könnten bei ihren neuen Vereinen wieder glücklich werden.

Ob der FC Bayern im Winter nachrüstet, darf trotz dieser Argumente bezweifelt werden. Mit Xabi Alonso ist der vielleicht beste Sechser der Welt topfit und das Schweinsteiger sich wieder verletzt, ist auch kein Gesetz. Zudem sind Rode und Gaudino auch keine schlechten Alternativen und die Systemänderung hat am Wochenende problemlos geklappt. Dennoch weiß man beim katalanischen Meister nie, was in seinem Kopf vorgeht. Vielleicht schickt er auch einen ganz anderen ins Mittelfeld, Jerome Boateng zum Beispiel…