Allein auf weiter Flur…

49 Tore, 21 Assists, und das in gerade einmal 48 Spielen, den Torrekord in der Champions League gebrochen, bester Torschütze in Europa geworden, dazu die Copa del Rey und die Champions League mit Real Madrid gewonnen. Auch in diesem Jahr setzt Cristiano Ronaldo neue Maßstäbe. Dementsprechend wäre alles andere als eine Wiederholung seines Triumphes beim Ballon d’Or aus dem Vorjahr eine große Überraschung. Dennoch sollte sich Europas Fußballer des Jahres nicht in Sicherheit wiegen, schließlich ist bei einer derartigen Wahl nichts unmöglich.

Wesley Sneijder kann ein Lied davon singen. Auch er war einst im Jahre 2010 als der große Favorit gehandelt worden, immerhin gewann er im selben Jahr das Triple mit Inter Mailand und im WM Finale scheiterte er nur knapp an Spanien. Obendrein wurde er zum besten Spieler der WM gewählt. Doch es sollte anders kommen: Lionel Messi gewann seinen zweiten Titel, der Holländer wurde gar nur Vierter.

Der Argentinier sollte auch in diesem Jahr nicht unterschätzt werden. Trotz eines längeren Formtiefs im Frühjahr schoss der Argentinier beachtliche 38 Tore in 45 Spielen, 23 mal war er als Vorbereiter erfolgreich. Zudem wurde das Schoßhündchen der FIFA schon öfters bevorzugt behandelt, z.B. bei der Wahl 2010 oder bei der Wahl zum besten Spieler der WM 2014, während Ronaldo gemeinhin nicht gerade als Liebling der FIFA gilt. Einige wenig gelungene Imitationen des Herrn Blatters belegen das.

Ob ein anderer Spieler den Preis davon trägt, darf bezweifelt werden. Nicht umsonst gelten Cristiano Ronaldo und Lionel Messi als die besten Spieler auf diesem Planeten. Das wissen auch die wahlberechtigten Journalisten und die Herren bei der FIFA, die deshalb gerne auch über eine etwas schwächere Saison hinwegsehen. Die Leidtragenden davon sind sicher die Deutschen Weltmeister, allen voran Manuel Neuer.

Der Deutsche gilt seit längerem als bester Keeper der Welt, doch in diesem Jahr legte er noch eine Schippe drauf. Er revoluzionierte das Torwartspiel bei der Weltmeisterschaft durch seine oftmals riskanten Aktionen in und vor Allem außerhalb des Strafraumes. Seine Paraden im Achtelfinale der WM gegen Algerien dürften auch dem blindesten Einäugigen in Erinnerung geblieben sein. Trotz allem wäre der Deutsche jedoch eine sehr umstrittene Wahl, da es zum einen eine eigene Wahl zum Welttorhüter gibt, und zum Anderen der FC Bayern in der Bundesliga zu dominant war, als dass sich Manuel Neuer mehrfach hätte auszeichnen können.

Die restlichen Spieler von Bayern München, sei es ein Arjen Robben oder ein Thomas Müller, werden wohl keine Chance auf den Titel haben. Zu sehr überragte der FC Bayern als Mannschaft. Schließlich ist die Wahl für den besten Einzelspieler, nicht für die beste Mannschaft. Und einen besseren als Cristiano Ronaldo gibt es heuer einfach nicht…

 (Stand: 08-11-2014)